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Seit EOS Schweiz den Inkassospezialisten Alphapay vom Telekommunikationskonzern Swisscom übernommen hat, wachsen beide Unternehmen zusammen. EOS stärkte mit dem Kauf seine Branchenkompetenz und Marktposition. Verkäufer Swisscom profitiert als Kunde vom reputationsschonenden und effizienten Inkasso seiner einstigen Tochter.

Zur Schweiz fallen vielen Menschen zuallererst Berge und Schokolade ein. Dabei zeichnen sich die Schweizer auch durch mutigen Unternehmergeist und moderne Erfindungen aus. Das zeigte sich zuletzt etwa bei der Eröffnung des mit 57 Kilometern längsten Eisenbahntunnels der Welt unter dem Gotthard-Massiv. Oder im Mobilfunk: Im April 2016 schickte der Telekommunikationskonzern Swisscom als erster Anbieter in Europa Daten mit der rasenden Geschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde durch das Netz. Swisscom ist stets bestrebt, sich und seine Leistungen zu optimieren, wie ein weiteres Beispiel zeigt. 2015 entschied der Konzern, seinen Inkassodienstleister Alphapay zu verkaufen.

„Die Transaktion war durchaus ungewöhnlich, weil wir uns als Eigentümer vom Unternehmen trennen, aber weiterhin von den Dienstleistungen im Forderungsmanagement profitieren wollten“, erläutert Eugen Stermetz, CFO Related Businesses bei der Swisscom. „In dieser Konstellation, in der Swisscom Verkäufer, zukünftiger Kunde und ehemaliger Arbeitgeber war, setzte sich EOS mit dem überzeugendsten Gesamtangebot klar gegen den Wettbewerb durch.“ So stand bei dem Business Process Outsourcing (BPO) nicht allein der Kaufpreis im Fokus. „Swisscom ist führend im Kundenservice. Daher stellen wir hohe Anforderungen an professionelles Inkasso“, sagt Martin Leuenberger, Head of Billing, Collection & Complaint. „Wir befinden uns in einem Verdrängungsmarkt. EOS handelt so, dass unser Kunde von gestern womöglich unser Kunde von morgen sein wird.“

Integrationsexperten: Alex Schneider (links) und Michael Joho von EOS Schweiz sind erfahren in der Eingliederung von akquirierten Unternehmen
Zufrieden: Martin Leuenbergers Anforderungen sind erfüllt
Anspruchsvoll: Eugen Stermetz, ehemals Eigentümer, jetzt Kunde

Know-how langjähriger Mitarbeiter bewahren

Noch ein weiterer Aspekt stand für den Verkäufer im Vordergrund: „Bei Alphapay sind viele langjährige Mitarbeiter des Swisscom-Konzerns tätig. Ihre Zukunft lag uns sehr am Herzen“, erklärt Stermetz. Damit stieß die Swisscom bei EOS auf offene Ohren. „Wir haben einen Großteil der Belegschaft übernommen. Dank deren großem Wissensschatz im Forderungsmanagement für den Telekommunikationssektor konnten wir unsere Branchenkompetenz stärken“, sagt Alex Schneider, Geschäftsführer sowie Leiter Finance, HR und IT von EOS Schweiz. Gleichzeitig baute EOS durch die Akquise der Nummer zwei am Schweizer Inkassomarkt seine Marktanteile aus. Seit April 2015 wachsen nun beide Unternehmen zusammen.

„EOS hat viel Erfahrung in der Übernahme und Integration von Forderungsmanagementeinheiten aus Konzernen, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren möchten“, sagt Michael Joho, Geschäftsführer, Leiter Commercial und Operations bei EOS Schweiz. Die Experten von EOS wissen, dass BPO nur den gewünschten Erfolg bringt, wenn es gelingt, die akquirierte Geschäftseinheit möglichst reibungslos in die neue Eigentümergesellschaft einzugliedern. Daher tauschten die Mitarbeiter von EOS Schweiz und Alphapay von Anfang an ihr Know-how aus und übernahmen unternehmensübergreifend gemeinsame Aufgaben. „Einige Teams wie Buchhaltung, Controlling oder gerichtliches Inkasso arbeiten bereits seit den ersten Monaten nach dem Kauf unter gemeinsamer Führung“, sagt Joho. In Workshops machte EOS die neuen Mitarbeiter zunächst mit seiner Marke und seinen Werten vertraut. „Nun binden wir alle Mitarbeiter ein, um eine gemeinsame Unternehmenskultur zu schaffen“, betont Schneider.

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Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin führt, wo andere bereits gegangen sind.
ALEXANDER GRAHAM BELL (1847–1922), schottischer Sprech­therapeut, Erfinder und Groß­unternehmer. Nachdem er in die USA ausgewandert war, erhielt er 1876 ein Patent auf das Telefon. Ihm gelang es, den Fernsprecher massentauglich zu machen.

Ein Standort, ein Name

Ein weiterer Meilenstein stand im Juni an: Alphapay zog von Zürich an den Standort von EOS Schweiz in Kloten. Die neuen Mitarbeiter wurden mit einem „Welcome Day“ empfangen und nahmen an Rundgängen durchs Gebäude sowie Team-Schulungen teil. Bei einem Mittagessen lernten sich neue und langjährige Mitarbeiter persönlich kennen, bevor sie in den gemeinsamen Arbeitsalltag starteten. Durch die räumliche Nähe sind inzwischen alle Teams enger zusammengewachsen. Mehr noch: „Seit Juni tragen wir einen gemeinsamen Namen: EOS Schweiz“, sagt Schneider. 2017 werden schließlich auch die Unternehmensteile in der französischsprachigen Schweiz an einem Standort zusammengefasst.

Neben all der Arbeit, die eine Integration nach einem Unternehmenskauf mit sich bringt, legte EOS Schweiz von Beginn an großen Wert auf das Tagesgeschäft. „Der Betrieb war vom ersten Moment an sichergestellt“, lobt Leuenberger. Für die Zukunft erwartet er weitere Vorteile für die Swisscom. „Dank des internationalen Netzwerks der EOS Gruppe dürften wir unsere Erfolgsquote im Auslandsinkasso weiter stärken.“ Schließlich fängt die Kooperation zwischen Käufer und Verkäufer gerade erst an. Da ist noch jede Menge Raum für fortschrittliche Neuerungen.

Foto oben: Sichtbare Verbindung: EOS Schweiz und Alphapay entwickeln eine gemeinsame Unternehmenskultur.