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Inkasso hilft Unternehmen, erfolgreich zu arbeiten. Um die Bedeutung der Branche stärker publik zu machen, engagieren sich Experten von EOS in Verbänden. Zwei von ihnen erklären, warum der Dialog mit Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft so wichtig ist.

Verbände geben ihrer Branche eine Stimme, auch im Inkasso. In Deutschland repräsentiert der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) rund 600 Inkassospezialisten und -unternehmen, die sich strengen moralischen Standards verpflichten. Zudem vermitteln Verbandsvertreter der Wirtschaft, Öffentlichkeit und Politik, wie wichtig pro­fessionelles Inkasso ist. Wie sich Experten aus der EOS Gruppe in diesen Organisationen für die Branche engagieren, erläutern zwei von ihnen: Kirsten Pedd, Chef-Syndika der EOS Gruppe Deutschland und Präsidentin des BDIU sowie Rayna Mitkova-Todorova, Geschäftsführerin von EOS Matrix und EOS Services in Bulgarien, Präsidentin des bulgarischen Inkassoverbands ACABG und Mitglied im Präsidium des europäischen Dachverbands Federation of European National Collection Associations (FENCA).

Erste Präsidentin:
EOS Chef-Syndika Kirsten Pedd steht seit Ende April als erste Frau an der Spitze des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen

Frau Pedd, Sie sind kürzlich zur Präsidentin des BDIU gewählt worden – als erste Frau in der 60-jährigen Geschichte des Verbands. Was möchten Sie in dieser Position erreichen?

Kirsten Pedd: Das Motto des BDIU lautet „Inkasso heißt Verantwortung“. Und diese Verantwortung übernimmt EOS seit Jahrzehnten als verlässlicher Partner für unsere Kunden und die Wirtschaft. Gemeinsam mit anderen seriösen Marktteilnehmern möchten wir im BDIU aktiv über die Bedeutung von Inkasso für den Wirtschaftskreislauf aufklären. Deshalb engagiere ich mich bereits seit 15 Jahren im Verband. Als Präsidentin bin ich auch Dialogpartnerin für Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie für Verbraucherschützer. Es gilt, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass die vertrauenswürdigen Player der Branche eine wichtige Stütze der Volkswirtschaft sind. Indem Inkassodienstleister Unternehmen Liquidität zurückführen und ihnen helfen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, ermöglichen sie es ihnen, erfolgreich zu wirtschaften.

Gut vernetzt in Europa:
Rayna Mitkova-Todorova ist Präsidiumsmitglied der FENCA

Frau Mitkova-Todorova, Sie engagieren sich außer im bulgarischen auch im europäischen Dachverband FENCA. Warum dieser doppelte Einsatz?

Rayna Mitkova-Todorova: Als einer der Marktführer in Bulgarien sollte EOS mit gutem Beispiel vorangehen. Seit 2011 setze ich mich als Präsidentin des bulgarischen Inkassoverbands ACABG dafür ein, gemeinsame Standards für die Branche zu entwickeln und durchzusetzen. Im gleichen Jahr sind wir der FENCA beigetreten. Denn die Gesetzgebung und Regulierung der Inkassobranche findet außer auf nationaler natürlich auch auf europäischer Ebene statt. Mit der FENCA als einer aktiven Stimme in Brüssel können wir Inkassounternehmen in den Ländern der EU bestmöglich unterstützen.

Welchen Beitrag können Verbände in puncto Gesetzgebung leisten?

Pedd: Ein Beispiel aus Deutschland war die Diskussion zum Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken. Dazu haben wir uns unter anderem mit Vertretern der Politik ausgetauscht. Seit 2013 ist die Inkassobranche hinsichtlich der Kostenerstattung nun mit Anwälten gleichgestellt. EOS hat sich seit jeher an der Gebührenverordnung für Rechtsanwälte orientiert. Daher begrüßen wir, dass das Gesetz Rechtssicherheit geschaffen und unseriöse Firmen in ihre Schranken verwiesen hat. Auch bei der anstehenden Evaluierung des Gesetzes steht der BDIU dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gern als Experte aus der Praxis zur Verfügung. Denn der Verband wird als Partner wahrgenommen, mit dem sich ein konstruktiver Austausch lohnt. Über diesen Erfolg der Verbandsarbeit freue ich mich.

WISSEN
WAS
ZÄHLT

Verantwortung zu tragen, das wurde uns nicht gepredigt, das ergab sich einfach in der Gemeinschaft.
MARION GRÄFIN DÖNHOFF (1909-2002), Chefredakteurin und Mitherausgeberin der wichtigsten deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“, setzte sich ihr Leben lang für die internationale Verständigung ein.

Frau Mitkova-Todorova, welches Ziel verfolgen Sie derzeit mit der FENCA?

Mitkova-Todorova: Wir entwickeln momentan einen europaübergreifenden Code of Conduct. Dieser soll als Leitfaden für die Inkassopraxis dienen und als Basis zur Selbstregulierung allen Inkassounternehmen in ganz Europa zur Verfügung stehen. So möchten wir auf dem gesamten Kontinent dieselben hohen Standards etablieren. Das ist ein ehrgeiziges Projekt.

Der BDIU setzt sich für eine Reform der Branchenaufsicht in Deutschland ein. Warum ist das notwendig?

Pedd: Um Unternehmen und Verbraucher vor unseriösem Geschäftsgebaren zu schützen, benötigen wir eine effektive Durchsetzung geltenden Rechts. EOS und der BDIU befürworten eine nachhaltigere Aufsicht. Heute kümmern sich bundesweit mehr als 70 Aufsichtsbehörden um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben im Inkasso. Wir setzen uns dafür ein, die Aufsicht zu zentralisieren. Optimal wäre eine zuständige Stelle im Bund, aber mit einer pro Bundesland wäre aktuell schon viel erreicht. Das wäre ein weiterer Schritt, um seriöses Inkasso zu stärken und eine wesentliche Basis für gesunde Unternehmen sowie eine solide Volkswirtschaft zu schaffen.

Hohe Standards

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) ist mit mehr als 560 Mitgliedsunternehmen Europas größter Inkassoverband. Seine Mitglieder unterstützen die deutsche Wirtschaft mit der Rückführung von jährlich rund fünf Milliarden Euro. Er überwacht die ordnungsgemäße, gewissenhafte und redliche Berufsausübung innerhalb der Branche. Durch die Mitgliedschaft in der FENCA und die Kooperation mit dem US-amerikanischen Partnerverband CA International ist der BDIU weltweit vernetzt.


Die fünf größten Inkassospezialisten Bulgariens, darunter EOS Matrix, haben 2011 den Verband Association of the Collection Agencies in Bulgaria (ACABG) ins Leben gerufen. Seine Mitglieder befolgen rechtliche Vorgaben und einen Moralkodex.


Der 1993 gegründeten Dachorganisation Federation of European National Collection Associations (FENCA) gehören Inkassoverbände aus 22 europäischen Ländern an. Hauptaufgabe: länderübergreifende Standards für seriöses und verantwortungsvolles Inkasso schaffen und wahren. Dazu verhandelt die FENCA auf nationaler und europäischer Ebene mit den Gesetzgebern. Neben dem deutschen BDIU und dem bulgarischen ACABG ist seit Kurzem auch der französische Inkassoverband FIGEC Mitglied. Dessen Präsidentin Nathalie Lameyre ist zugleich Geschäftsführerin von EOS Credirec in Frankreich.

Gut vernetzt in Europa:
Rayna Mitkova-Todorova ist Präsidiumsmitglied der FENCA
Erste Präsidentin:
EOS Chef-Syndika Kirsten Pedd steht seit Ende April als erste Frau an der Spitze des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen
Foto oben: Eine Bühne für die Branche: Verbandspräsidentin Kirsten Pedd macht die Bedeutung von Inkasso bekannter.