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#Kulturwandel 4.0: die Otto Group hat weitreichende Veränderungen angestoßen. Sie sollen die gesamte Unternehmensgruppe noch wettbewerbsfähiger machen, auch die EOS Gruppe. Jetzt sind alle Mitarbeiter gefragt: Drei von ihnen berichten, wie neue Freiheiten sie inspirieren, EOS schneller, flexibler und moderner zu machen.

Mit dem Geschäftsführer im Meeting diskutieren und auch mal Kritik üben – so etwas mag in einem kleinen Start-up gang und gäbe sein. Aber in einem globalen Konzern mit weltweit knapp 8.000 Mitarbeitern? Da bekommen oft nur die oberen Führungsebenen Gelegenheit, über strategische Themen wie Zusammenarbeit, Vernetzung und Prozesse zu sprechen. Dass es auch anders geht, zeigt die EOS Gruppe. Der Konzern setzt verstärkt auf einen offenen Austausch über Hierarchieebenen hinweg.

Verantwortung motiviert:
Die neue Unternehmenskultur sorgt für positive Energie

Diese Offenheit ist Teil des #Kulturwandels 4.0, den der Mutterkonzern von EOS, die Otto Group, Ende 2015 ausgerufen hat. Mit zahlreichen gruppenübergreifenden Maßnahmen will die Konzernleitung bestehende Strukturen und Verhaltensweisen hinterfragen und wo nötig optimieren. Ziel ist es, alle Unternehmen der Otto Group schneller, kundenfreundlicher, zeitgemäßer und besser aufzustellen, um sie in Zeiten zunehmender Digitalisierung wettbewerbsfähig zu halten.

Die Energie und Ideen aller nutzen

Zu Beginn des #Kulturwandels 4.0 nahmen sich die Vorstandsmitglieder der Otto Group eines der sechs als relevant identifzierten Themen an, zum Beispiel „#Speed“, „#Customer“ oder „#Empowerment & Agile Führung“. Anschließend riefen sie alle Mitarbeiter der Otto Group Unternehmen auf, den Veränderungsprozess mitzugestalten, indem sie gemeinsam mit den Vorständen in Kernteams an den Themen arbeiten. Die Resonanz war riesig: Mitarbeiter aus unterschiedlichen Firmen, von Baur über Hermes bis About you, und mit ganz unterschiedlichen Hintergründen meldeten sich. Auch von EOS beteiligen sich Mitarbeiter in vier der sechs Teams. Gemeinsam erarbeiteten sie Maßnahmen: Welche Strukturen sind heute noch effizient? Was will der Kunde heute, was morgen? Wie nutzen wir Synergien in der Otto Group klüger? Das Team #Speed etwa identifizierte zahlreiche überflüssige Tätigkeiten und Zeitfresser, die die Gruppe bremsen – und tilgte sie. So steigern verschlankte Prozesse Flexibilität und Geschwindigkeit. „Wir nutzen die Energie, Kompetenzen und Ideen aller. Diese Unternehmenskultur inspiriert mich und verschafft mir neue positive Energie“, sagt Lara Flemming, Head of Corporate Communications & Marketing bei EOS.

Mehr als 40 Initiativen treiben den #Kulturwandel 4.0 konzernweit voran. „Sie sind eine Art Schatzkiste. Jede Gesellschaft kann sich nach ihren Bedürfnissen bedienen. Was bei EOS funktioniert, ist möglicherweise bei anderen Unternehmen der Otto Group wie Crate & Barrel oder Schwab nicht sinnvoll“, erklärt Pia Fischbach, Head of International IT Account and Project Management bei EOS IT Services in Deutschland.

Neue Freiräume nutzen

Der #Kulturwandel 4.0 schafft bewusst neue Freiräume. „Die Kernteams haben den Slogan geprägt ‚Du bist die Kultur!‘. Jeder Mitarbeiter kann einen Beitrag leisten“, erklärt Christian Kerpen. Der Leiter Business Intelligence Competency Center bei EOS DID arbeitet wie Flemming und Fischbach in einem der Kernteams mit. Wie die neue Freiheit aussieht, zeigt ein kleines alltägliches Beispiel aus seiner Abteilung. Als die Nachfrage für ein Seminar zum Thema „Agiles Projektmanagement“ die Erwartungen bei Weitem übertraf, stockte Kerpen die Seminarkapazitäten kurzerhand auf – ohne Entscheidungsvorlagen und vorherige Klärung der Kostenübernahme. „Früher hätte sich das nicht so schnell umsetzen lassen. Die Maxime des Wandels – ‚einfach machen‘ – wirkt“, sagt er.

Die Vernetzung über Hierarchien hinweg findet bei EOS ebenfalls bereits statt. Dafür sorgt zum Beispiel das sogenannte EOS Kulturcafé: In lockerer Gesprächsrunde diskutieren dort Mitglieder des Managements mit Mitarbeitern – ohne Agenda, sondern nach agiler Methode. Den Anfang machten kürzlich CFO Justus Hecking-Veltman und Westeuropachef Dr. Andreas Witzig. Fischbach war dabei: „Wir haben unter anderem über die Fehlerkultur bei EOS gesprochen. Alle Teilnehmer sind sich auf Augenhöhe begegnet. Solche Diskussionen signalisieren Mitarbeitern, dass ihre Meinung gefragt ist. Ich habe mich sehr wertgeschätzt gefühlt.“

Letztlich wirken die internen Veränderungen auch nach außen. „Wir Mitarbeiter können Denkanstöße geben und Verbesserungen erwirken. Das motiviert ungemein und steigert das Verantwortungsgefühl des Einzelnen für den Erfolg oder Misserfolg von EOS“, so Flemming. Denn der #Kulturwandel 4.0 ist kein Selbstzweck. Die Intention ist klar: Die Otto Group und EOS wollen ihre Marktposition weiter festigen oder gar ausbauen. Und jeder, der mitwirkt, sichert die Zukunft der Gruppe.

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Das Morgen gehört denen, die es kommen hören.
DAVID BOWIE (1947 - 2016) britischer Sänger. Er bewies im Laufe seiner mehr als 40-jährigen Karriere eine enorme Wandlungs- und Innovationsfähigkeit. So wurde er zu einem der einflussreichsten Künstler der jüngeren Musikgeschichte.

Culture eats strategy for breakfast

Die Otto Group, Muttergesellschaft von EOS, hat den #Kulturwandel 4.0 für die Zentrale und für alle Konzernunternehmen weltweit ausgerufen. Mehr als 40 Konzerninitiativen und unzählige Maßnahmen sind seit Beginn des Jahres gestartet. Vorstandsvorsitzender Hans-Otto Schrader erklärt, warum er den Prozess angestoßen hat.
Hans-Otto Schrader: Der Vorstandsvorsitzende der Otto Group ist beeindruckt von der Leidenschaft der Mitarbeiter für den #Kulturwandel 4.0

Herr Schrader, der Otto Group Vorstand hat im Dezember 2015 den #Kulturwandel 4.0 ausgerufen: Wie kam es dazu?

Hans-Otto Schrader: Der #Kulturwandel 4.0 ist unsere Antwort auf die Erkenntnis, dass wir uns in der sich immer schneller entwickelnden digitalen Welt grundlegend verändern müssen, um auch in Zukunft als Top-Unternehmen eine Rolle zu spielen. Mit rund 50.000 Mitarbeitern und 123 Unternehmen ist die Otto Group ein großer Tanker, der nicht von kleinen Schnellbooten überholt werden darf. Deshalb haben wir Themen identifiziert, in denen wir besser werden müssen, als wir es aktuell sind. Sind wir nah genug beim Kunden? Sind wir schnell genug? Vernetzen wir uns ausreichend? Sind wir transparent? Und wie motivieren wir unsere Kolleginnen und Kollegen? Das sind Fragen, mit denen wir uns beschäftigen. Wir müssen uns fragen, ob wir die Möglichkeiten unserer Größe und unseres Know-hows effektiv und effizient nutzen. Deshalb haben wir den #Kulturwandel 4.0 gestartet.

Warum sprechen Sie von Kultur und nicht von Strategie?

Schrader: Der Ökonom Peter Drucker sagte den klugen Satz: „Culture eats strategy for breakfast“. Die beste Strategie bleibt erfolglos, wenn sie nicht auf die richtige Kultur zur Umsetzung trifft. Häufig mangelt es nicht an strategischen, finanz-, oder betriebswirtschaftlichen Zielen in Unternehmen. Es fehlt das passende Mindset, um sie zum Erfolg zu führen. Bei Kultur geht es um Haltungen, die unser Verhalten bestimmen. Wir wollen aktiv gestalten, wie wir miteinander arbeiten, um unsere Ziele bestmöglich umzusetzen.

Nennen Sie bitte ein Beispiel für #Kulturwandel 4.0, den Sie als besonders wichtig erachten.

Schrader: Ganz wichtig ist der Punkt Hierarchie: Die Otto Group ist sehr hierarchisch aufgebaut. Das behindert uns an wichtigen Stellen. Nun geht es nicht darum, Hierarchie per se zu verteufeln. Wir brauchen Hierarchie zur Gestaltung von Strukturen und zum Koordinieren der vielen Menschen und Aufgaben. Sie wird jedoch anders definiert sein als heute. Eng verbunden damit ist die Funktion von Führung. Wir müssen uns fragen, welchen Typus Führungskraft wir in Zukunft brauchen, um Erwartungen der Talente zu bedienen, die wir für die Otto Group gewinnen wollen und müssen, um langfristig den Unternehmenserfolg zu sichern. Und welche Rahmenbedingungen müssen wir schaffen, die diese Talente zur Entfaltung benötigen?

Der #Kulturwandel 4.0 läuft bereits seit einigen Monaten: Gab es überraschende Erkenntnisse?

Schrader: Einige! Die schönste Erkenntnis für mich ist jedoch, wie leidenschaftlich so viele Mitarbeiter diesen Prozess mitgestalten – und wie viele kluge Ideen umgesetzt werden. Auch bei der EOS Gruppe passiert ungeheuer viel. Wir hatten das Credo „einfach machen“ beschworen – und ich bin beeindruckt, wie es angenommen wird. Das beweist uns als Vorstand: Die Menschen sind unser größtes Potenzial. Wir tun gut daran, es besser zu nutzen.

Verantwortung motiviert:
Die neue Unternehmenskultur sorgt für positive Energie
Hans-Otto Schrader: Der Vorstandsvorsitzende der Otto Group ist beeindruckt von der Leidenschaft der Mitarbeiter für den #Kulturwandel 4.0
Foto oben: Arbeiten gern bereichsübergreifend: Ilona Bolotina, Christian Rönnpag, Christian Kerpen, Pia Fischbach und Lara Flemming (v.l.n.r.).